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Interview: Was erwartet Unternehmen mit All-IP im Bereich der Telekommunikationstechnik?

Mit der Umstellung auf All-IP werden Alternativen zur klassischen Telekommunikation, wie die Cloud-Telefonie, immer attraktiver. Um Schritt halten zu können, werden neue TK-Modelle immer mehr den Anforderungen der Moderne angepasst. Welchen Service können Ihnen Telefonanlagen aktuell und zukünftig bieten? Warum bietet sich die Cloud-Telefonie als Telekommunikationslösung für viele Unternehmen an? Um Ihnen diese Fragen zu beantworten, haben wir das Gespräch mit Ronald Schlager gesucht, Experte auf dem Gebiet der Kommunikationstechnologie.

Interview: Was erwartet Unternehmen mit All-IP im Bereich der Telekommunikationstechnik?

Die Telekom will bis 2018 alle ISDN-Anschlüsse auf All-IP umrüsten - im Jahr 2022 zieht auch Vodafone nach. Das Fazit ist deutlich: Früher oder später wird der ISDN-Anschluss komplett eingestampft. Viele Unternehmen stehen All-IP und der VoIP-Telefonie (Voice over IP) noch kritisch gegenüber. Währenddessen beschäftigt sich der Telekommunikationsmarkt mit der Entwicklung neuer IP-Hard- und Software. Ergebnisse sind Unified-Communication-Lösungen (wie die Tele-Cloud) und ip-basierte Telefonanlagen. Warum sich die Umstellung auf All-IP langfristig lohnt, und welche Vorzüge die neuen Technologien mit sich bringen, hat uns Ronald Schlager im Interview für Sie erklärt.

Portrait von Ronald Schlager, Experte für Kommunikationstechnologien

Ronald Schlager

Ronald Schlager ist Experte auf dem Gebiet der modernen Kommunikationstechnologien. Als Trainer, Buchautor und über seinen Blog www.schlager-cs.co.at informiert er Unternehmen über aktuelle Technologien und zukunftsweisende Entwicklungen.

tk-vergleich.com: Ist das Ziel der Telekom, bis Ende 2018 alle ISDN-Anschlüsse auf VoIP umgestellt zu haben, realistisch?

Ronald Schlager: Ja auf alle Fälle. Angekündigt wurde die Umstellung von der Telekom ursprünglich sogar schon für das Jahr 2012.

tk-vergleich.com: Warum drängt die Telekom überhaupt so sehr auf einen Wechsel zu All-IP?

Ronald Schlager: Warum der Provider so darauf drängt, ist ganz einfach: Er spart sich dadurch Kosten. Sowohl in der Verwaltung als auch im Betrieb dieser Lösung. Er kann noch schneller neue Dienstleistungen anbieten als mit der traditionellen ISDN-Anwendung. Zudem kann er flexiblere und individuelle Pakete für einzelne Anwendergruppen schnüren.

tk-vergleich.com: Vodafon hat die Umstellung auf All-IP für 2022 angekündigt. Macht es für Unternehmen Sinn, trotzdem jetzt schon auf All-IP umzustellen?

Ronald Schlager: Auf jeden Fall. Wenn man seine Telekommunikationsmöglichkeiten erweitern möchte, bietet All-IP viele Vorteile, auch für den Anwender. Dabei ist es der gleiche Haupt-Vorteil wie beim Provider: Kostenersparnis - sowohl bei den Betriebskosten als auch bei der Bereitstellung von neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Die Telefonie wird zukünftig durch wichtige Dienste wie Chats, Videokonferenzen und andere moderne Dienste ergänzt. Ein großer Vorteil sind auch die Unified-Communication-Lösungen im Vergleich zu reiner ISDN-Technologie.

tk-vergleich.com: Sollten Unternehmen den Wechsel auf All-IP als Möglichkeit verstehen, auf moderne Telekommunikationstechniken, wie die Cloud-Telefonie, um zu steigen?

Ronald Schlager: Ja, Unified-Communications as a Service ist ein großer Vorteil der IP-Umstellung.

tk-vergleich.com: Wie funktioniert Cloud-Telefonie eigentlich?

Ronald Schlager: Die Cloud-Telefonie ist eine Dienstleistung, bei der der Server nicht beim Endkunden steht, sondern beim Provider. Das ist eine wesentliche Erleichterung: Der Provider ist für die Bereitstellung der Dienste von seinem Server verantwortlich, und die Endkunden brauchen sich um den Betrieb des Servers nicht mehr zu kümmern. Der Kunde braucht nur noch einen IP-Apparat oder muss die entsprechende Software zur Kommunikation auf seinen Endgeräten installieren. Danach kann er diesen Dienst sofort nutzen. Normalerweise mit einem Tarif-Modell, das monatlich kündbar ist. Sprich, wenn ein Unternehmen einen Service für drei Monate braucht, dann zahlt es für drei Monate. Danach ist der Dienst wieder beendet und das Unternehmen braucht keine weiteren Kosten fürchten. Die Cloud-Telefonie ist also sehr flexibel und unabhängig vom Standort nutzbar. Gerade bei dynamischen Unternehmen ein großer Vorteil. Zusammengefasst: Mit der Cloud-Telefonie sind Unternehmen überall erreichbar und brauchen sich um nichts mehr kümmern.

tk-vergleich.com: Ist die Cloud-Telefonie denn auch sicher genug für den Einsatz in Unternehmen?

Ronald Schlager: Ja auf jeden Fall, wahrscheinlich aus heutiger Sicht sogar sicherer als der Betrieb im eigenen Haus.

tk-vergleich.com: Warum ist die Cloud-Telefonie sogar sicherer?

Ronald Schlager: Erstens haben viele Unternehmen, gerade kleinere, zu wenig oder gar keine Security-Spezialisten im Haus. Und selbst, wenn ein Unternehmen eigene Security-Spezialisten hat, sind das vielleicht ein oder zwei Mitarbeiter. Provider haben dagegen einen ganzen Stab von Security Spezialisten. Das sind Leute, die ausschließlich dafür zuständig sind und eine entsprechende Ausbildung absolviert haben. Die sind auch viel besser auf Hackerangriffe oder andere aktuelle Bedrohungen - oder Bedrohungen, die noch entstehen werden - vorbereitet.

tk-vergleich.com: Macht es mit der Entwicklung zu VoIP und Dienstleistungen wie Cloud-Telefonie überhaupt noch Sinn, sich eine Telefonanlage zuzulegen?

Ronald Schlager: Das ist für jeden Kunden individuell. Für manche Kunden macht es Sinn, für andere nicht, das kann man nicht generell beantworten. Der Trend geht aber eindeutig Richtung Cloud.

Der Kunde kann anhand einer TK-Anlage also bestimmen, welche Tarife er bezahlen möchte.

Ronald Schlager - Experte für modernen Kommunikationstechnologien

tk-vergleich.com: Was sind Vorteile einer stationären Telefonanlage gegenüber der Cloud-Telefonie?

Ronald Schlager: Erstmal ist die individuelle Anpassung an die Anforderungen des Kunden mit einer IP-basierenden Telefonanlage größer als über Cloud-Telefonie. Zweitens bietet eine IP-Telefonielösung eine bessere Datenbankintegration, was ein wichtiger Punkt ist. Auch die Integration von Endgeräten wie dem Faxgerät oder eines DECT-Systems sind über die lokale IP-Telefonanlage besser realisierbar. Zudem, kann man sich unabhängig von der VoIP-Anlage aussuchen, über welchen Provider man seine Anrufe abwickeln möchte. Der Kunde kann anhand einer TK-Anlage also bestimmen, welche Tarife er bezahlen möchte, während das virtuelle Telefonsystem meist an einen bestimmten Telefonie-Provider gebunden ist.

tk-vergleich.com: Zahlt man für seinen Internet-Provider und dann nochmal zusätzlich für den Cloud-Telefonie-Provider?

Ronald Schlager: Je nach Tarifmodell des Cloud-Dienstanbieters zahlt der Kunde für den Cloud-Telefondienst, das Minutenentgelt für Verbindungen zu fremden Netzen und die Anbindung vom Kundenstandort zum Cloud-Provider - also entweder für einen Internet-Anschluss oder eine separate Anbindung zum Provider. Zusätzliche Kosten können für Miete, Support und Service von Geräten am Kundenstandort anfallen.

tk-vergleich.com: Worauf sollten KMU bei der Anschaffung einer neuen Telefonanlage auf jeden Fall achten?

Ronald Schlager: Dass sie eine möglichst moderne Lösung bekommen, die möglichst viele aktuelle Leistungsmerkmale und Dienste abdeckt. Da ist zum Beispiel die Mobilfunk-Integration, also die Anbindung von Smartphone, Tablets und ähnlichen Dingen, über den Mobilfunk-Provider. Dann die Präsenz-Anzeige: Das ist ein Service, der anzeigt, wann jemand verfügbar ist und angerufen werden kann, oder wann nicht, wann er besetzt ist. Besonders wichtig ist die WebRTC-Technologie. Dabei steht der Wortteil „Web“ für die Bereitstellung von Kommunikationsdiensten über den Webbrowser, und „RTC“ für Real Time Communication, also Echtzeitkommunikation über den Browser. Die ist in den modernen Lösungen schon weit etabliert und ermöglicht es, dass Sie keinen Telefonapparat und keine zusätzliche Software mehr für Videokonferenzen, Chats und Desktop-Sharing auf dem Arbeitsplatz-PC oder Smartphone installieren müssen. Diese Technologie ist erst in den letzten zwei, drei Jahren auf den Markt gekommen und zukunftsweisend.